Dreifache Auszeichnung:
Ausstellungs- & Dialogprojekt „Point of Kuh“ gilt als vorbildlich  [02.10.26]

Irritierende Bilder und Perspektiven-Vielfalt überzeugen Fachleute deutschland- und europaweit. Digitaler Ausstellungsbesuch unter www.uni-hohenheim.de/point-of-kuh

Preisgekrönte Hochleistungskuh auf rotem Teppich oder die Versuchskühe der Universität Hohenheim auf der Weide: Basis des Projektes „Point of Kuh“ ist die Bilderserie „Die Milch-Matrix“, in der der renommierte Fotograf Nikita Teryoshin sich mit unbekannten und unerwarteten Facetten von Milchproduktion und Nutztierforschung auseinandersetzt. Für die Ausstellung „Point of Kuh“ ergänzten Angehörige der Universität Hohenheim in Stuttgart die kritischen und oft ironischen Bilder mit ganz persönlichen Statements aus der Perspektive von Forschung, Praxis und individueller Biografie. Am gestrigen Donnerstag wurde das Projekt von der Initiative Transparente Tierversuche als vorbildlich prämiert. Es ist bereits die dritte Auszeichnung für „Point of Kuh“.


Ausgangspunkt war eine Anfrage des Fotografen Nikita Teryoshin: Für seine Bildserie „Die Milch-Matrix“ wollte er auch die Hohenheimer Versuchskühe mit Pansenfistel fotografieren. Die Universität öffnete ihm die Stalltüren – und holte zugleich die Debatte auf den Campus. Studierende, Professor:innen und Mitarbeiter:innen ergänzten Teryoshins kritische, oft ironische Bilder mit mehr als 50 persönlichen, fachlichen und auch widersprüchlichen Perspektiven. So entstand ein Dialog zwischen Fotokunst, Wissenschaft, landwirtschaftlicher Praxis und Gesellschaft.

Eröffnet wurde „Point of Kuh“ am 25. November 2025 mit dem 7. Hohenheimer Landwirtschaftsdialog. Rund 420 Gäste diskutierten mit Teryoshin und Expert:innen aus Wissenschaft, Landwirtschaft und Tierschutz über Milchwirtschaft, Milchviehhaltung und Forschung.

„An der Universität Hohenheim waren wir schnell begeistert von den Bildern von Herrn Teryoshin und von den Fragen, die er damit aufwirft“, erinnert sich Prof. Dr. Claudia Bieling, eine der Organisatorinnen des Vortrags- und Diskussionsabends. „Vor allem wollten wir die Diskussion, die seine Bilder anstoßen, auf den Campus holen“, ergänzt Co-Organisatorin Prof. Dr. Regina Birner.

Anschließend war die Ausstellung im Biologiezentrum der Universität Hohenheim und in der Württembergischen Landesbibliothek zu sehen. Weitere Stationen folgten 2026 im Stuttgarter Rathaus beim Wissenschaftsfestival und beim Tag der offenen Tür der Universität Hohenheim. Insgesamt besuchten mehr als 6.000 Menschen die Ausstellung. Die virtuelle Ausstellung bleibt online zugänglich: www.uni-hohenheim.de/point-of-kuh.


Siegel für vorbildliche Kommunikation über Tierversuche

Als jüngste Auszeichnung erhielt die Universität Hohenheim jetzt am 1. Oktober 2026 in Berlin das „Siegel für vorbildliche Kommunikation tierexperimenteller Forschung“. Die Initiative „Tierversuche verstehen“ zeichnet damit wissenschaftliche Einrichtungen aus, die sich in vorbildlicher Weise für transparente und offene Kommunikation sowie für den Dialog über Tierversuche und tierexperimentelle Forschung engagieren. Das Siegel würdigt jeweils konkrete Kommunikationsleistungen und -strategien.

„Mit dem Projekt ‚Point of Kuh‘ zeigt die Universität Hohenheim, wie sich authentische Wissenschaftskommunikation gelungen mit einem öffentlichkeitswirksamen Kunstprojekt verknüpfen lässt“, begründete die Jury ihre Entscheidung. „So schuf die Universität einen kreativen Zugang zum Thema Tierversuche und brachte die Forschenden mit einem breiten Publikum ins Gespräch“, so die Jury weiter.

Für die Universität Hohenheim ist es bereits die zweite Auszeichnung dieser Art: 2021 erhielt sie das Siegel für ihre umfassende Internet-Kommunikation zu Tierversuchen.


Silber beim europäischen EUPRIO Award

Bereits im Juni 2026 hatte Point of Kuh im französischen Metz den EUPRIO-Award in Silber gewonnen. Verliehen wurde er von der Vereinigung European Universities Public Relations and Information Officers (EUPRIO), einem europäischen Netzwerk von Kommunikationsprofis an Hochschulen. Für den Award wählt eine Jury zunächst zehn Finalprojekte aus; auf der Jahrestagung stimmen anschließend die teilnehmenden Hochschulkommunikator:innen über die Preisträger ab.

Als preiswürdig erachtete die Jury vor allem den besonderen Ansatz des Projektes: Auf eine potenziell konfliktträchtige Situation habe die Universität Hohenheim nicht mit Abschottung reagiert, sondern sich mit Wissenschaft und Transparenz dem Dialog geöffnet.


Finalistin für den BdKom Smart-Team-Award

Im September 2026 stand „Point of Kuh“ außerdem im Finale für den BdKom Smart-Team-Award 2026 des Bundesverbands der Kommunikatoren (BdKom). Mit seinem Award zeichnet der Verband jedes Jahr herausragende Kommunikationsarbeit aus. Die Kategorie „Smart Team“ richtet sich an Projekte, die mit einem Budget von höchstens 40.000 Euro messbare Erfolge erzielen.

Aus 70 Einreichungen wählte die Jury zunächst je drei Teams für die beiden Team-Kategorien aus. Als „mutiges und kreatives Projekt“ gehörte „Point of Kuh“ neben der Kindernothilfe und der Zentralen Onlineredaktion der Justiz Schleswig-Holstein zu den drei Finalisten in der Kategorie „Smart Team“. Der erste Platz in diesem Jahr ging dabei an die Justiz Schleswig-Holstein.

Prämierte Hochleistungskuh „Lady Gaga“ auf der 43. Schau der Besten im niedersächsischen Verden. Foto aus der Serie „Die Milch-Matrix“ von Nikita Teryoshin, zu sehen bis 14. Januar 2026 in der Ausstellung „Point of Kuh“ an der Universität Hohenheim und in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart. | Bildquelle: Nikita Teryoshin

Prämierte Hochleistungskuh „Lady Gaga“ auf der 43. Schau der Besten im niedersächsischen Verden. Foto aus der Serie „Die Milch-Matrix“ von Nikita Teryoshin, zu sehen bis 14. Januar 2026 in der Ausstellung „Point of Kuh“ an der Universität Hohenheim und in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart.
Bildquelle: Nikita Teryoshin

Ein Aussteller einer Rinderauktion kaschiert die wundgeriebene Stelle am Hinterbein einer Kuh – illegalerweise(!) – mit weißem Autolack. Foto aus der Serie „Die Milch-Matrix“ von Nikita Teryoshin, zu sehen bis 14. Januar 2026 in der Ausstellung „Point of Kuh“ an der Universität Hohenheim und in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart. | Bildquelle: Nikita Teryoshin

Ein Aussteller einer Rinderauktion kaschiert die wundgeriebene Stelle am Hinterbein einer Kuh – illegalerweise(!) – mit weißem Autolack. Foto aus der Serie „Die Milch-Matrix“ von Nikita Teryoshin, zu sehen bis 14. Januar 2026 in der Ausstellung „Point of Kuh“ an der Universität Hohenheim und in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart.
Bildquelle: Nikita Teryoshin

Text: Klebs

Kontakt für Medien:

Prof. Dr. Claudia Bieling, Universität Hohenheim, Koordinatorin Hohenheimer Landwirtschaftsdialog, Fachgebiet Gesellschaftliche Transformation und Landwirtschaft,
+49 711 459 24029, claudia.bieling@uni-hohenheim.de

Prof. Dr. Regina Birner, Universität Hohenheim, Koordinatorin Hohenheimer Landwirtschaftsdialog, Fachgebiet Sozialer und institutioneller Wandel in der landwirtschaftlichen Entwicklung,
+49 711 459 23517, regina.birner@uni-hohenheim.de


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