Frauen in der Wissenschaft: Kea Purwing forscht zum Dünger der Zukunft  [26.02.26]

Aus der Reihe „Frauen in der Wissenschaft“: Doktorandin Kea Purwing von der Landesanstalt für Agrartechnik und Bioenergie an der Universität Hohenheim zeigt, wie aus Biogas-Reststoffen nachhaltiger Dünger wird.


Pendeln zwischen Uni-Campus und Versuchsstation: Für Kea Purwing gehören Experimente auf dem Unteren Lindenhof in Eningen unter Achalm dazu: „Hier steht mein nicht allzu kleines Forschungsobjekt: Eine Pilotanlage für die Düngemittelproduktion.“ 

Seit April 2023 ist sie Doktorandin an der Landesanstalt für Agrartechnik und Bioenergie der Uni Hohenheim und untersucht, wie sich Nährstoffe aus dem Biogasprozess zurückgewinnen lassen. „Der flüssige Anteil, der beim Biogasprozess übrigbleibt, ist voller Nährstoffe, die wichtig für den Ackerbau sind. Er besteht aber leider zu 90 Prozent aus Wasser. Das sorgt dafür, dass er sich nicht so einfach transportieren lässt.“ 

Hier komme ihre Pilotanlage ins Spiel: „Bei der Anlage geht es darum, die Nährstoffe von der großen Wassermenge zu trennen, transportabel zu machen und dann als Dünger aufzubereiten“, so Purwing. „Dadurch soll der Biogasprozess eine extra Sparte bekommen und nochmal ein Stückchen nachhaltiger und wirtschaftlicher werden.“


Vom Bioökonomie-Studium in die Forschung

    Für nachhaltige Lösungen interessiert sich Kea Purwing schon im Studium. Während ihres Bioökonomie-Masters in Hohenheim erfährt sie von der offenen Promotionsstelle an der Landesanstalt für Agrartechnik und Bioenergie. „Ich konnte mir gut vorstellen, in die Wissenschaft zu gehen. Den Gedanken, mit meiner Arbeit einmal eine Lücke in der Forschung zu schließen, fand ich schon damals faszinierend.“

Ihre Entscheidung, nach dem Master in Hohenheim zu bleiben, habe sie bis heute nicht bereut. Die Promotion habe ihr schon jetzt viele Möglichkeiten eröffnet: „Ich durfte schon einige tolle Reisen machen. 2024 zum Beispiel bin ich über eine Forschungskooperation für 4 Wochen nach China gegangen – eins meiner schönsten Erlebnisse bisher.“


„Einfach mal machen“


Doch auch Rückschläge seien Teil der Arbeit: „Man steht ganz oft vor Problemen, von denen man vorher noch gar nichts wusste – geschweige denn, dass sie überhaupt zu Problemen werden können“, so Purwing. Neugier und die Bereitschaft, sich Neues anzueignen, seien hilfreich, um den Spaß an der Forschung nicht zu verlieren. 

Promotionsinteressierten Studierenden rät die Doktorandin: „Einfach mal machen. Wenn ihr für euer Thema brennt, lohnt es sich, den Schritt in die Wissenschaft zu wagen.“

Text: Moormann | Video: Roller / Moormann


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