Mehr psychologische Sicherheit in Kontaktberufen [11.02.26]
Hohe emotionale Belastungen, permanenter Zeitdruck und Erfahrungen von Diskriminierung prägen den Arbeitsalltag vieler Beschäftigter in sogenannten interaktionsintensiven Branchen. Wie lassen sich Arbeitsplätze in Pflege, Verkehr, Gastronomie und anderen Dienstleistungsberufen sicherer, fairer und diskriminierungsfrei gestalten? Dieser Frage widmet sich das Projekt SAFEspace@work, an dem Professorin Ulrike Fasbender von der Universität Hohenheim beteiligt ist. Ziel ist es, mit praxisnahen Lösungen die psychologische Sicherheit und Vielfalt der Mitarbeitenden insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) nachhaltig zu stärken.
Beschäftigte in Pflege, Fahrdienst, Gastronomie, Finanz- oder sozialen Dienstleistungen stehen täglich im direkten Kontakt mit Patient:innen, Kund:innen oder Klient:innen. Konfliktsituationen, emotionale Grenzbelastungen, hoher Arbeitsdruck sowie Erfahrungen von Diskriminierung und Grenzverletzungen gehören für viele zum Berufsalltag.
Besonders stark betroffen sind marginalisierte Gruppen, darunter ältere Mitarbeitende, Frauen sowie Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte. Gerade KMU fehlen jedoch häufig die zeitlichen, finanziellen und strukturellen Ressourcen, um psychologische Sicherheit, Chancengerechtigkeit und Inklusion systematisch zu fördern und Diversität als Ressource zu nutzen.
Hier setzt das Projekt SAFEspace@work (sicher, achtsam, fair, eingebunden) an. Gemeinsam mit Unternehmen, Führungskräften und Mitarbeitenden entwickeln und erproben die Projektbeteiligten praxistaugliche Maßnahmen, die Beschäftigte für eine diskriminierungssensible Arbeitsgestaltung qualifizieren, resiliente Teams fördern und insbesondere marginalisierte sowie vulnerable Gruppen wirksam unterstützen sollen.
Ziel ist es, Belastungen in anspruchsvollen Interaktionssituationen zu reduzieren, Diskriminierung wirksam vorzubeugen und eine wertschätzende, respektvolle Zusammenarbeit zu fördern. Die Angebote reichen von Workshops, Anti-Bias-Trainings und Führungskräfteschulungen über den Aufbau von DEI-Kompetenzen (Diversity, Equity & Inclusion – Vielfalt, Chancengerechtigkeit und Teilhabe) bis hin zu partizipativen Ansätzen der Arbeitsgestaltung. Sie werden gemeinsam mit Pilotunternehmen in realen betrieblichen Kontexten umgesetzt, evaluiert und weiterentwickelt, sodass eine Übertragbarkeit auf andere Betriebe und Branchen gewährleistet ist.
Die Projektbeteiligten erwarten spürbare Verbesserungen für die Gesundheit, Zufriedenheit und Motivation der Beschäftigten – insbesondere für marginalisierte Gruppen. Langfristig profitieren auch die Unternehmen von geringeren Ausfallzeiten, stärkerer Mitarbeitendenbindung und einer höheren Attraktivität als Arbeitgeber:in.
Projekt-Steckbrief
- Titel: SAFEspace@work
- Fördersumme: insgesamt 570.449 Euro, davon 237.504 Euro für die Universität Hohenheim
- Förderinstitution: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA)
- Dauer: 1.12.2025–30.11.2027
- Beteiligte: Berufsforschungs- und Beratungsinstitut für interdisziplinäre Technikgestaltung e.V. (BIT), Bochum (Projektleitung), Das Demographie Netzwerk e.V. (ddn), Berlin (Projektleitung), Universität Hohenheim sowie zahlreiche Praxis- und Transferpartner:innen
Schwergewichte der Forschung
Als „Schwergewichte der Forschung“ gelten herausragende Forschungsprojekte mit einem finanziellen Volumen von mindestens 350.000 Euro bei den Experimental- bzw. 150.000 Euro bei den Sozial- und Gesellschaftswissenschaften.
Kontakt
Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. Ulrike Fasbender, Universität Hohenheim, Fachgebiet Wirtschafts- und Organisationspsychologie
+49 (0)711 459 24750 (Sekretariat), ulrike.fasbender@uni-hohenheim.de
Wissenschaftliches Projektmanagement:
Dr. Nora Hampel, Universität Hohenheim, Fachgebiet Wirtschafts- und Organisationspsychologie,
+49 (0)711 459 24750, nora.hampel@uni-hohenheim.de

