Zecken: neue Risiken durch Klimawandel [13.07.26]
Steigende Temperaturen verändern die Lebensräume von Zecken – und damit auch das Risiko, dass sie Krankheitserreger auf Tiere und Menschen übertragen. Im Rahmen eines deutschlandweiten Forschungsverbunds, dem Zeckenmonitoring in Deutschland (Ixo-Mo), untersucht die Universität Hohenheim, wie sich Klima- und Umweltveränderungen auf die Verbreitung von Zecken und der von ihnen übertragenen Erreger auswirken. Das Ziel: Risiken frühzeitig erkennen und wirksame Schutzmaßnahmen entwickeln.
Zusammen mit den Verbundpartnern erfasst das Team um Prof. Dr. Ute Mackenstedt vom Fachgebiet Parasitologie systematisch Zeckenpopulationen in verschiedenen Regionen Deutschlands. Untersucht werden sowohl heimische als auch invasive Zeckenarten. Die Proben stammen aus unterschiedlichen Lebensräumen sowie von Haus-, Nutz- und Wildtieren und werden auf Krankheitserreger analysiert.
Die gewonnenen Daten werden mit früheren Erhebungen verglichen und gemeinsam mit Umwelt- und Klimadaten ausgewertet. So wollen die Forschenden besser verstehen, wie sich Zeckenarten und ihre Erreger räumlich und zeitlich ausbreiten und welche ökologischen Faktoren diese Entwicklung beeinflussen. Alle Ergebnisse fließen in eine zentrale Datenbank ein, die eine fundierte Risikobewertung für Deutschland ermöglicht.
Auf dieser Grundlage sollen praxisnahe Empfehlungen entstehen, um insbesondere landwirtschaftliche Nutztiere besser vor zeckenübertragenen Krankheiten zu schützen. Das Projekt leistet damit einen Beitrag zur Tiergesundheit und zum Tierwohl, hilft wirtschaftliche Schäden in der Nutztierhaltung zu vermeiden und stärkt zugleich den vorbeugenden Gesundheitsschutz im Sinne des One-Health-Ansatzes.
Die Eckdaten des Projekts
- Projekttitel: Zeckenmonitoring in Deutschland (Ixo-Mo)
- Fördersumme: 2,5 Mio. Euro, davon Hohenheim: 360.703 Euro (BMLEH / BLE)
- Projektdauer: 1.1.2027-31.12.2029
- Projektpartner: Friedrich-Loeffler-Institut (FLI, Leitung), Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF), Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), Universität Hohenheim, Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie (ITMP)
Schwergewichte der Forschung
Als „Schwergewichte der Forschung“ gelten herausragende Forschungsprojekte mit einem finanziellen Volumen von mindestens 350.000 Euro bei den Experimental- bzw. 150.000 Euro bei den Sozial- und Gesellschaftswissenschaften.
Kontakt
Prof. Dr. Ute Mackenstedt, Universität Hohenheim, Fachgebiet Parasitologie
+49 (0)711 459 22275, mackenstedt@uni-hohenheim.de

