Dienstreise mit Fahrrad  [01.09.26]

Rund 5.000 Dienstreisen führen Beschäftigte der Uni Hohenheim jedes Jahr ins In- und Ausland. In der Reihe „Good Travel Stories“ berichten Uni-Angehörige, wie sie unterwegs bewusst Emissionen einsparen. Heute: Roxanne Geier, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Landwirtschaftliche Betriebslehre. Zu den DLG-Feldtagen nahm sie spontan ihr Fahrrad mit – und stellte vor Ort fest, dass es nicht nur eine nachhaltige, sondern auch überraschend praktische Alternative war.


Schon gewusst? Marseille, London oder Wien sind von der Uni Hohenheim aus in weniger als 8 Stunden mit dem Zug erreichbar. Eine Karte auf der Dienstreise-Homepage gibt Inspiration, wo sich Emissionen sparen lassen. Dabei unterstützt auch das Travel Decision Tool von FlyingLess. Eine Initiative des Green Office | Green Team "Betrieb & Infrastruktur".


Fahrrad im Gepäck

Manchmal entstehen die besten Ideen ganz spontan. So war es auch bei meiner Dienstreise zu den DLG-Feldtagen, die Mitte Juni in Bernburg in Sachsen-Anhalt stattfanden.

Radstrecke 1

Tolle Radstrecken während der Dienstreise. Bild: Roxanne Geier


Alle zwei Jahre ist die Fakultät Agrarwissenschaften dort mit einem Stand vertreten, um Studiengänge und Forschungsaktivitäten vorzustellen, Kontakte zu knüpfen und sich mit anderen Akteur:innen aus der Branche zu vernetzen.

Wie ich zunächst mit etwas Bedauern feststellte, fiel die Dienstreise in diesem Jahr zeitlich zusammen mit der Aktion „Stadtradeln“ in Ostfildern. 

Bei diesem bundesweiten Wettbewerb gilt es, 21 Tage lang so viele Fahrradkilometer wie möglich für das eigene Team und die eigene Kommune zu sammeln. Da ich gerne und viel Fahrrad fahre und mir nachhaltige Mobilität am Herzen liegt, beteilige ich mich, wenn möglich, jedes Jahr daran. In diesem Jahr habe ich mich sogar als Team-Kapitänin gemeldet. 

Eigentlich hatte ich mich schon damit abgefunden, während der Feldtage 5 Tage mit dem Kilometersammeln pausieren zu müssen. Doch als wir den Transporter mit unseren Messematerialien beluden, zeigte sich: Da ist noch etwas Platz! So kam mir ganz spontan die Idee, mein Fahrrad einfach mit einzuladen.

Zunächst ging es mit dabei vor allem um das Stadtradeln. Immerhin wollte ich als Team-Kapitänin mit gutem Beispiel vorangehen. Doch vor Ort erwies sich das Fahrrad schnell auch als eine überraschend praktische Lösung.

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Unser Team bestand aus 5-6 Personen, die in verschiedenen Ferienwohnungen untergebracht waren. Gleichzeitig standen uns lediglich 2 Fahrzeuge zur Verfügung. Durch das zusätzliche Fahrrad wurden wir bei der Organisation deutlich flexibler: Morgens konnte ich als Erste zum Messestand radeln und nachmittags bei Bedarf früher zurück zur Ferienwohnung fahren. Die anderen Teammitglieder konnten die beiden Fahrzeuge unabhängig davon nutzen.

Dadurch ließen sich täglich bis zu 16 zusätzliche Autokilometer vermeiden, die sonst möglicherweise durch Fahrzeugübergaben bei den unterschiedlichen Schichten angefallen wären. Gleichzeitig musste für kurze Wege nicht jedes Mal einer der größeren Transporter bewegt werden – praktisch, unkompliziert und nebenbei auch eine kleine Ersparnis bei den Tankkosten.


118 Fahrradkilometer


Während der 5 Tage kamen allein für dienstlich notwendige Wege knapp 51 km mit dem Fahrrad zusammen. Nach Messeschluss bot sich außerdem die Gelegenheit, die Umgebung auf zwei Rädern zu erkunden – zum Beispiel bei einer wunderschönen Runde entlang der Saale. So kamen in der Freizeit noch einmal 67 km hinzu.

Da alle Strecken für das Stadtradeln aufgezeichnet wurden, lässt sich am Ende sogar Bilanz ziehen: Insgesamt waren es rund 118 Fahrradkilometer. Laut Berechnung der verwendeten App entspricht das einer Einsparung von etwa 20 kg CO₂ gegenüber vergleichbaren Autofahrten.
Feldtage

Hohenheimer Team auf den DLG-Feldtagen. Bild: Roxanne Geier


Doch wichtiger als die Zahlen war für mich die Erfahrung vor Ort: Das Fahrrad hat sich nicht nur als nachhaltigere, sondern für viele Wege schlicht auch als praktischere Alternative erwiesen.


Green Travel-Experiment mit Potenzial

Natürlich lässt sich dieses Beispiel nicht auf jede Dienstreise übertragen. In diesem Fall waren die Voraussetzungen besonders günstig.

Trotzdem zeigt das kleine Experiment vielleicht, dass es sich lohnen kann, bei der Planung einer Dienstreise nicht nur über die An- und Abreise nachzudenken. Auch die Mobilität am Zielort bietet Möglichkeiten, Wege nachhaltiger zu gestalten.

Unter passenden Bedingungen kann ein Fahrrad eine überraschend praktische Ergänzung sein – ob mitgenommen im Fahrzeug oder Zug oder ausgeliehen vor Ort.

Für mich steht jedenfalls fest: Wenn sich bei einer zukünftigen Dienstreise wieder die Gelegenheit bietet, kommt das Fahrrad auf jeden Fall wieder mit!



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