Künstliche Intelligenz: Chatbot hilft bei Fragen zur Bibliothek [26.02.26]
Das Service-Team des Kommunikations-, Informations- und Medienzentrums (KIM) der Uni Hohenheim hat einen neuen Mitarbeiter: 24/7 einsatzbereit – und nur selten um eine kompetente Antwort verlegen. Seit Ende Januar hilft der neue KI-Chatbot des KIM zusätzlich bei allen Fragen rund um die Hohenheimer Bibliothek weiter. Schrittweise sollen auch die anderen Services des KIM in das intelligente Chatbot-System integriert werden. Möglich wird das Projekt durch eine Kooperation mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT).
Wie lange hat die Bereichsbibliothek der Uni Hohenheim heute geöffnet? Wie hoch sind die Mahngebühren bei verspäteter Rückgabe? Wo finde ich Snacks? Gibt es an der Zentralbibliothek Fahrradständer? Wie kann ich meine Leihfristen verlängern? Was hat es mit dem Open Access Publikationsfonds auf sich? Was ist die „Bibliothek der Dinge“?
Fragen wie diese beantwortet der neue Chatbot des KIM dank künstlicher Intelligenz in Sekundenschnelle – und das erstaunlich zuverlässig. Dabei liefert er die passenden Links auf der Homepage des KIM gleich mit, um Informationen zu prüfen oder tiefer in ein Thema einzusteigen.
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Geprüftes Spezialwissen statt allgemeines „Weltwissen“
Noch läuft der Chatbot im Pilotbetrieb, dennoch hebt er sich mit seinem Spezialwissen schon jetzt merklich von allgemein verfügbaren Chatbot-Systemen ab.
Zwar kommt auch bei ihm ein Large-Language-Modell von ChatGPT zum Einsatz (GPT-4o-mini) – doch statt ungesicherter Daten aus dem World Wide Web bezieht der Chatbot des KIM sein Wissen ausschließlich aus geprüften Informationen. Diese wurden von Mitarbeitenden des KIM in den vergangenen Monaten gezielt aufbereitet und eingepflegt. Anschließend haben sie die Antworten des Chatbots getestet.
Wichtig zu wissen: Trotz aller Tests kann auch der Chatbot des KIM Fehler machen.
„KI-Chatbots neigen dazu, Dinge zu erfinden, wenn ihnen die relevanten Informationen nicht explizit vorliegen. Wir haben viel Mühe darauf verwendet, unserem Chatbot diese problematische Eigenschaft abzugewöhnen und ihn stattdessen auf andere Anlaufstellen verweisen zu lassen. Dennoch gilt – wie immer im Umgang mit künstlicher Intelligenz: kritisch bleiben! “, betont Matthias Letsch, der das Projekt beim KIM betreut.
Wer auf Fehler oder Ungereimtheiten stößt, schreibt am besten eine E-Mail ans KIM oder nutzt die Feedback-Funktion im Chatbot. „Wir sind für jedes Feedback dankbar, das hilft uns enorm, den Chatbot weiterzuentwickeln“, so Letsch.
Datenschutz und regionale Datenverarbeitung
Ein weiterer Vorteil gegenüber vielen kommerziellen KI-Plattformen: „Der Chatbot ist datenschutzkonform. Das heißt, es werden weder Login-Daten noch die IP-Adresse an den Server übermittelt. Solange Sie nicht selbst proaktiv personenbezogene Daten in die Fragemaske eingeben, bleiben Sie vollständig anonym“, erklärt Letsch.
Möglich macht das eine Kooperation mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das seit 2024 einen eigenen Chatbot betreibt und die Infrastruktur für interessierte Hochschulen und Bibliotheken zur Verfügung stellt.
Weitere Services sollen folgen
„Bisher ist das Wissen unseres Chatbots auf den Bereich der Bibliotheken beschränkt. Doch wir arbeiten bereits am nächsten Update. Als Nächstes soll das gesammelte Wissen unseres IT-Servicedesks einfließen. Dann hilft die KI zum Beispiel auch bei Fragen wie: Wie nutze ich eduroam auf meinem Smartphone? Wie logge ich mich mit dem VPN-Client ein?“, berichtet Letsch.
Nach und nach sollen auch alle anderen Services des KIM folgen – vom Campusmanagement bis hin zum Hochleistungsrechnen.
„Für jedes Update überführen wir das gesammelte Wissen zunächst in ein einheitliches Wiki-Format, das so strukturiert ist, dass die Informationen von der KI optimal ausgelesen werden können. Anschließend folgt eine ausführliche Testphase“, berichtet Letsch.
Master-Studierende der Wirtschaftsinformatik begleiten Chatbot-Entwicklung
Begleitet wurde die Entwicklung des Chatbots von Masterstudierenden in einem Praxisseminar des Fachgebiets „Wirtschaftsinformatik und Intelligente Systeme“.
„Spezialisierte Systeme wie der Chatbot des KIM werden in Zukunft eine immer wichtigere Rolle für das Wissensmanagement in Organisationen spielen“, erläutert Seminarleiter Bernd Schneider. „Mit zunehmenden Informationen wächst jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass der Chatbot ähnlich klingende Inhalte verwechselt und damit irreführende Antworten liefert. Unsere Studierenden haben deshalb untersucht, wie Wissen aufbereitet und strukturiert werden sollte, um möglichst gute Ergebnisse zu erzielen und eine stetige Aktualisierung zu gewährleisten. Der Austausch mit dem KIM war für unsere Studierenden dabei sehr wertvoll.“
Text: Leonhardmair

