Vom Bioabfall zum Kunststoff: Neue Wege für nachhaltige Verpackungen  [23.03.26]

Kartoffelschalen, Obst- und Gemüseabfälle als Rohstoff für moderne Verpackungen: An der Universität Hohenheim arbeitet ein Forschungsteam daran, aus Restbiomasse einen leistungsfähigen, biobasierten Kunststoff herzustellen. Das Projekt „Skal_PEF“ unter der Leitung von Prof. Andrea Kruse und Prof. Sebastian Hess zielt darauf ab, nachhaltige Alternativen zu herkömmlichen Verpackungsmaterialien zu entwickeln und regionale Wertschöpfungsketten zu stärken.


Biobasierte Kunststoffe spielen bislang nur eine geringe Rolle auf dem Markt. Gleichzeitig wächst der Bedarf an nachhaltigen Verpackungslösungen, die fossile Rohstoffe ersetzen und sich besser recyceln lassen. Im Fokus des Projekts steht der Kunststoff Polyethylenfuranoat (PEF), eine biobasierte Alternative zu PET mit verbesserten Materialeigenschaften. Dazu zählen eine höhere Stabilität und bessere Barriereeigenschaften, wodurch Verpackungen mit weniger Material auskommen und ohne Verbundstoffe hergestellt werden können.

Im Projekt entwickelt das Team um Prof. Andrea Kruse Verfahren, um die Plattformchemikalie 5-Hydroxymethylfurfural (HMF) aus Rest- und Abfallstoffen wie Kartoffelschalen zu gewinnen. In einer Pilot-Bioraffinerie an der Universität Hohenheim wird daraus über mehrere Verfahrensschritte der Ausgangsstoff für die PEF-Synthese erzeugt. Der Kunststoff wird anschließend zu Verpackungen verarbeitet und auf seine Eignung für den Lebensmittelbereich geprüft.

Begleitend analysieren die Forschenden um Prof. Sebastian Hess insbesondere die wirtschaftlichen Effekte sowie die Markt- und Verbraucherakzeptanz entlang der Wertschöpfungskette. Ein besonderer Fokus liegt auf regionalen Wertschöpfungsketten in der Region Bodensee-Oberschwaben, um Transportwege zu verkürzen und zusätzliche wirtschaftliche Impulse – auch für die Landwirtschaft – zu setzen. Ziel ist es, ein marktnahes, biobasiertes Verpackungsmaterial zu entwickeln und gleichzeitig die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Markteinführung zu schaffen – und damit die Bioökonomie nachhaltig zu stärken.


Projekt-Steckbrief

  • Titel: Skal_PEF – Skalierbare Bioraffinerien für industrielle Wertschöpfungsketten
  • Fördersumme Hohenheim: 420.615 Euro (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie)
  • Laufzeit: 1.10.2025 - 30.9.2028
  • Beteiligte: Philipp Konnerth, Maximilian Bolz, Dr. Lisa Lichtenberg
  • Leitung: Prof. Dr. Andrea Kruse, Universität Hohenheim
  • Projektpartner: Hochschule Albstadt-Sigmaringen (Koordination), Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee (KOB) und diverse Industrie-Partner


Schwergewichte der Forschung

Als „Schwergewichte der Forschung“ gelten herausragende Forschungsprojekte mit einem finanziellen Volumen von mindestens 350.000 Euro bei den Experimental- bzw. 150.000 Euro bei den Sozial- und Gesellschaftswissenschaften.


Kontakt

Prof. Dr. Andrea Kruse, Universität Hohenheim, Fachgebiet Konversionstechnologien nachwachsender Rohstoffe, +49 (0)711 459 24700, Andrea_Kruse@uni-hohenheim.de 


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