Gesündere Merinoschafe durch innovative Zuchtforschung [23.04.26]
Wie können Merinoschafe widerstandsfähiger gegen Magen-Darm-Parasiten werden? Das untersuchen Forschende der Universität Hohenheim in Stuttgart in dem Projekt sheepR3. Ziel ist es, Tiere mit bestimmten Merkmalen zu züchten, die sie resilienter gegen Infektionen mit Weideparasiten machen. Im Fokus der Forschung steht der Verlauf der Infektionen und die Frage, welchen Einfluss die Genetik auf die Widerstandsfähigkeit einzelner Tiere hat.
Das Team um Jörn Bennewitz und Volker Stefanski, beides Professoren der Tierwissenschaften an der Universität Hohenheim, erhebt in zwei Weideperioden alle relevanten Tierdaten. Dabei untersuchen die Forschenden insgesamt 300 Mutterschafe und 600 Lämmer, welche von 12 Böcken unterschiedlicher Zuchtlinien abstammen. Um die Schafe widerstandsfähiger zu machen, soll die Resistenz, die Resilienz und die Robustheit der Tiere gegenüber Weideparasiteninfektionen gestärkt werden. Wesentlicher Projektpartner ist Markus Schmid, mittlerweile Professor an der Universität Rostock und am FBN Dummerstorf.
Zunächst geht es darum, die äußeren und inneren Merkmale der Schafe genau zu beobachten und zu analysieren. Die Forschenden wollen herausfinden, welche dieser Merkmale geeignet sind, um Tiere für die Zucht auszuwählen, um eine genetische Verbesserung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Weideparasiteninfektionen zu erreichen. Dafür untersuchen sie die sichtbaren Merkmale wie Aussehen und Leistung der Schafe und überprüfen, inwiefern diese auf die Genetik des Tiers zurückzuführen sind. Sie schauen sich das Immunsystem der Tiere im Detail an und untersuchen, wie dieses reagiert und welche Rolle die Genetik der Tiere dabei spielt. Genauso werden Fitness und Körperfunktionen der Schafe untersucht.
Auf Basis der gewonnenen Ergebnisse entwickeln die Forschenden dann einen Leitfaden, mit dem sich Schafe erkennen lassen, die behandelt werden sollten. Ziel ist es, die Forschungsergebnisse so aufzuarbeiten, dass sie im Arbeitsalltag direkt genutzt werden können. Außerdem formulieren sie konkrete Empfehlungen für die Auswahl von Zuchtschafen und geben Auskunft darüber, wie sich die neuen Merkmale in bereits bestehende Zuchtprogramme integrieren lassen.
Projekt-Steckbrief
- Titel: Verbundprojekt: Entwicklung und Evaluation innovativer Selektionsmerkmale für die Zucht auf Resistenz, Resilienz und Robustheit gegenüber gastrointestinalen Nematoden beim Merinolandschaf (sheepR3)
- Fördersumme: 593.592 Euro
- Förderinstitution: Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) über Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
- Dauer: 1.1.2026 – 31.12.2029
- Weitere Beteiligte: Landratsamt Ludwigsburg und Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)
Schwergewichte der Forschung
Als „Schwergewichte der Forschung“ gelten herausragende Forschungsprojekte mit einem finanziellen Volumen von mindestens 350.000 Euro bei den Experimental- bzw. 150.000 Euro bei den Sozial- und Gesellschaftswissenschaften. Die Pressestelle macht mit einer kurzen Meldung auf diese Projekte aufmerksam.
HINTERGRUND: Tierversuche an der Universität Hohenheim
Die Universität Hohenheim ist Erstunterzeichnerin der 2021 gestarteten, bundesweiten Initiative Transparente Tierversuche. Sie legt an die Durchführung von Tierversuchen sehr strenge Maßstäbe: Bereits 2017 hat sie sich eine Leitlinie gegeben, in der sie sich weiterhin zu deren Notwendigkeit bekennt, aber auch zur Verpflichtung, diese zu reduzieren, abzumildern und transparent darüber zu informieren.
> www.uni-hohenheim.de/tierversuche
Kontakt
Prof. Dr. Jörn Bennewitz, Universität Hohenheim, Fachgebiet Tiergenetik und Züchtung,
+49 (0)711 459 23570, j.bennewitz@uni-hohenheim.de
Prof. Dr. Volker Stefanski, Universität Hohenheim, Fachgebiet Verhaltensphysiologie,
+49 (0)711 459 22455, volker.stefanski@uni-hohenheim.de
Prof. Dr. Markus Schmid, Universität Rostock,
+49 38208 68-900, schmid@fbn-dummerstorf.de

