Perspektiven für Gleichstellung und Vielfalt: Unethisches Verhalten in der Wissenschaft - Formen, Ursachen, Lösungsvorschläge
Im Wissenschaftsbetrieb treten regelmäßig verschiedene Formen unethischen Verhaltens mit teils erheblichem Schweregrad auf: Bullying, Ausbeutung, sexuelle Übergriffe, Manipulationen von Daten und Autorschaften, sowie Zweckentfremdung und Verschwendung öffentlicher Gelder. Das Bewusstsein für diese Problematiken nimmt in den letzten Jahren spürbar zu.
Prof. Dr. Daniel Leising führt zunächst einige Konzepte von zentraler Bedeutung für den theoretischen Diskurs darüber ein. Danach analysiert er, wie es zur Entstehung und zur langfristigen Aufrechterhaltung von Mustern unethischen Verhaltens in akademischen Institutionen kommen kann. Dabei spielt das bestehende Anreizsystem (z.B. der anachronistische Finanzierungs- und Reputationswettbewerb zwischen einzelnen Institutionen) ebenso eine Rolle wie das Versagen von Qualitätskontrolle und Beschwerdestrukturen.
Ausgehend von dieser Analyse präsentiert der Referent einige Vorschläge für aussichtsreiche Gegenmaßnahmen auf der strukturellen Ebene und benennt jeweils die dafür zuständigen Akteur:innen im System.
Zum Referenten
Prof. Dr. Daniel Leising ist Professor für Diagnostik und Intervention an der TU Dresden, Mitglied im „Netzwerk gegen Machtmissbrauch in der Wissenschaft“ und war erster Vorsitzender der DGPs-Kommission „Anreizsysteme, Machtmissbrauch und wissenschaftliches Fehlverhalten“ (AMWF). Die Kommission untersucht systemische Ursachen von Machtmissbrauch und wissenschaftlichem Fehlverhalten und entwickelt Vorschläge für strukturelle Veränderungen.
Veranstaltungsort: Online, Link nach Anmeldung via F.I.T. Plattform
Bitte melden Sie sich an unter: https://weiterbildung.uni-hohenheim.de/workshoppublic/469F3CBD-73B9-C8E9-C790-08B65ECB1D91