Landwirtschaftlicher Hochschultag:
VIP-Empfang für Schüler:innen aus ganz Baden-Württemberg  [18.06.26]

Gleich zwei Ministerien und die Uni Hohenheim empfangen besonders engagierte Schüler:innen von Beruflichen Gymnasien in BaWü

Zukunft gestalten anstatt nur darüber reden: Fast ein Jahr lang haben sich Schüler:innen an Beruflichen Gymnasien in Baden-Württemberg mit Themen wie Biodiversität, nachhaltiger Landwirtschaft und bewusster Ernährung auseinandergesetzt. Beim zweitägigen Abschlusstreffen des Projekts „Stadt − Land − Future“ an der Universität Hohenheim in Stuttgart kamen sie zusammen, um ihre Erkenntnisse zu teilen, Forschung hautnah zu erleben und neue Perspektiven für ihren weiteren Bildungsweg zu entdecken. Entwickelt wurde das Bildungsangebot vom Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat Baden-Württemberg (MLR) und dem Ministerium für Kultus Baden-Württemberg (KM). Mit dem Empfang und der Campus-Exkursion würdigten die beteiligten Ministerien und die Universität Hohenheim das besondere Engagement der Schüler:innen.

 

Die Themen reichten von „Milch – weißer Klassiker in aktueller Diskussion“ über „Regionale Besonderheiten: am Beispiel Apfel, Wein und heimischer Fisch“ und „Der Burger im Fokus – Genuss, Herkunft und Verantwortung“ bis hin zu „Moor ist more – was das Jahr 2045 mit Bio-Kräutern zu tun hat“. Fast 30 Berufliche Gymnasien in Baden-Württemberg beteiligten sich im Schuljahr 2025/26 an dem Projekt „Stadt − Land − Future“.

Dabei war es den Schulen freigestellt, ob sie die Themen Biodiversität, Bioökonomie, Landwirtschaft und Ernährung in den regulären Unterricht integrieren oder beispielsweise Projekttage durchführen wollten. Viele Gymnasien haben das Projekt zum Leitthema eines Seminarkurses gemacht, in dem die Schüler:innen ihr eigenes Forschungsprojekt Schritt für Schritt umsetzten − von der Einführung in wissenschaftliches Arbeiten über die Themenfindung bis hin zur Recherche in der Literatur und vor Ort.


Landwirtschaftlicher Hochschultag bringt über 120 Schüler:innen zusammen

Zum Abschluss lud am 17. und 18. Juni 2026 die Universität Hohenheim Schüler:innen sowie ihre Lehrkräfte zu einer zweitägigen Fachveranstaltung auf ihren Campus ein. Insgesamt kamen mehr als 120 Schüler:innen von 11 Beruflichen Gymnasien Baden-Württembergs in Hohenheim zusammen. 63 von ihnen hatten sich im vergangenen Schuljahr aktiv an dem Projekt beteiligt. Zudem nahmen auch rund 60 Schüler:innen der Agrarwissenschaftlichen Gymnasien in Nürtingen und Wangen teil.

Es ist dieses besondere Engagement, das Landwirtschaftsministerin Gentges anlässlich der Veranstaltung lobte: „Der Erhalt der biologischen Vielfalt, die Transformation der Landwirtschaft und die Sicherung einer nachhaltigen Ernährung zählen zu den großen Herausforderungen unserer Zeit. Diese Themen betreffen nicht nur Wissenschaft und Politik, sondern die gesamte Gesellschaft. Umso wichtiger ist es, junge Menschen frühzeitig dafür zu sensibilisieren und ihnen die Möglichkeit zu geben, Zukunftsfragen aktiv zu bearbeiten.“

„Der Austausch zwischen Schulen, Wissenschaft und Ministerien schafft wertvolle Impulse für eine zukunftsorientierte Bildung. Die Universität Hohenheim bietet dafür als eine von Deutschlands führenden Universitäten in den Agrarwissenschaften ein ideales Umfeld“, sagte Staatssekretär Andreas Deuschle MdL vom baden-württembergischen Ministerium für Kultus, bei der Begrüßung.

Der Rektor der Universität Hohenheim, Prof. Dr. Christoph Schneider ergänzte: „Die Schülerinnen und Schüler haben mit ihren Projekten bewiesen, dass sie schon auf der Schule verstanden haben, worauf es im Studium ankommen wird: auf Neugierde und auf die Bereitschaft, geeignete Methoden zu entwickeln, um selbstständig Forschungsfragen zu bearbeiten. Junge Menschen mit so viel Potential auf dem Campus begrüßen zu dürfen, ist eine besondere Freude.“


Ausgezeichnete Qualität der Arbeiten

Zu Beginn ihres Besuches präsentierten neun Schulen ausgewählte Projektarbeiten und Erfahrungen aus der Praxis:

Einige der Schülerinnen und Schüler nach der Präsenation. Bildquelle: Universität Hohenheim / Sanidul Islam

Einige der Schülerinnen und Schüler nach der Präsenation. Bildquelle: Universität Hohenheim / Sanidul Islam

  • ·       Sibilla-Eugen-Schule in Schwäbisch Hall
  •         Kreisberufsschulzentrum in Bad Saulgau
  • ·       Wessenberg-Schule in Konstanz
  • ·       Gewerbliche Schule in Ravensburg
  • ·       Agnes-von-Hohenstaufen-Schule in Schwäbisch Gmünd
  • ·       Edith-Stein-Schule in Ravensburg
  • ·       Theodor-Heuss-Schule in Reutlingen
  • ·       Frankenlandschule in Walldürn
  • ·       Albert-Schweitzer-Schule in Sinsheim


„Das Engagement und die fachliche Tiefe, mit der die Schüler:innen ihre Themen bearbeiten, sind beeindruckend. Es sind junge Menschen wie diese, die wir für unsere Universität gewinnen möchten, um uns auch in Zukunft an der Spitze der deutschen Agrarforschung zu behaupten“, so der Dekan der Fakultät Agrarwissenschaften Prof. Dr. Ralf Vögele.


Gartenbau hier und heute

Am zweiten Tag gewährte die Fakultät Agrarwissenschaften Einblicke in ihre Studiengänge, Forschungsfelder und Einrichtungen auf dem Campus. Im Mittelpunkt stand eine Podiumsdiskussion zum Thema „Gartenbau hier und heute“. Denn, ob Gemüse und Obst, Wein und Hopfen oder Arznei- und Gewürzpflanzen: Die Gartenbauwissenschaften sind ein bedeutendes Spezialgebiet, das weit über schön angelegte Gärten und Parks hinausgeht. Aktuell baut die Universität Hohenheim diesen Bereich weiter aus und bietet seit kurzem eine eigene Studienrichtung Gartenbauwissenschaften an.

Moderiert von Prof. Dr. Christian Lippert, tauschten sich Staatssekretärin Sarah Schweizer MdL als Vertreterin des MLR, Martin Joos vom Verband GaLaBau, Dr. Michael Ernst von der Staatsschule für Gartenbau Hohenheim, Iris Hattenbach vom Zentrum für Betriebswirtschaft im Gartenbau e.V. (ZBG) sowie Prof. Dr. Margita Hefner, Professorin für Gartenbauwissenschaften an der Universität Hohenheim über die verschiedenen Aspekte des Gartenbaus aus.


Campus-Tour gewährt Einblicke in Forschung und Uni-Alltag

Zu den besonderen Schwerpunkten der Agrar-Forschung an der Universität Hohenheim gehören Themen wie erneuerbare Energien, nachhaltige Landwirtschaft, der Erhalt der Biodiversität sowie Ernährungssicherung und globale Hungerbekämpfung. Einblicke in den Uni-Alltag erhielten die Schüler:innen bei einer von der Fachschaft geführten Campus-Tour.

Auf dem Programm stand unter anderem eine Führung durch das Phytotechnikum. Das Hightech-Gewächshaus der Universität Hohenheim verfügt unter anderem über eine computergesteuerte Klimaregelung und Bewässerungsautomatik sowie eine Feinregelung für Lichtstärke, Luftfeuchtigkeit und Temperatur. Diese moderne und vielseitig einsetzbare Technik macht das 1.400 Quadratmeter große Gewächshaus zu einem zentralen Baustein für wichtige Forschungsschwerpunkte der Universität Hohenheim.


HINTERGRUND: Projekt „Stadt – Land – Future“

Das Projekt „Stadt – Land – Future“ wurde zum Schuljahr 2025/2026 vom Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat Baden-Württemberg und dem Ministerium für Kultus Baden-Württemberg initiiert. Ziel ist es, Themen wie Biodiversität, nachhaltige Landwirtschaft und bewusste Ernährung stärker in der schulischen Bildung zu verankern. Dafür wurden vier fächerübergreifende Materialpakete entwickelt, die projektorientiertes Lernen an Beruflichen Gymnasien unterstützen.

Hintergrund ist der Strategiedialog Landwirtschaft, bei dem die Landesregierung Baden-Württemberg über zwei Jahre mit allen wichtigen gesellschaftlichen Akteuren gemeinsam Maßnahmen erarbeitet hat, um die kleinstrukturierte, bäuerliche Landwirtschaft im Land zu erhalten und dabei die biologische Vielfalt in der Kulturlandschaft zu stärken.

Bereits im ersten Projektjahr beteiligten sich nahezu 30 Berufliche Gymnasien in Baden-Württemberg an dem Projekt „Stadt – Land – Future“. Die Fachveranstaltung in Hohenheim richtete sich sowohl an teilnehmende Schulen als auch an Interessierte, die künftig einsteigen möchten.

Einblicke in die Forschung. Bildquelle: Universität Hohenheim / Sanidul Islam

Einblicke in die Forschung. Bildquelle: Universität Hohenheim / Sanidul Islam

Text: Stuhlemmer


Zurück zu Pressemitteilungen