FEI-Forschungsbilanz:
Uni Hohenheim erneut Spitze in der Lebensmittelforschung  [28.09.26]

Uni Hohenheim auf Platz 1 der Lebensmittelforschung in Deutschland. Laut Bilanz der FEI-Forschungsförderung sind 41 von 195 (Teil-)Projekten dort angesiedelt

Die Universität Hohenheim bleibt führender Standort der Lebensmittelforschung in Deutschland. Die Förderbilanz des FEI (Forschungskreis der Ernährungsindustrie) für 2025 weist für die Uni Hohenheim mehr als für jede andere beteiligte Forschungseinrichtung aus. Insgesamt entfallen 21 Prozent aller laufenden (Teil-)Projekte auf die Universität Hohenheim, mit einer Fördersumme von fast 10 Millionen Euro. Die Jahrestagung des FEI fand vom 8. bis 10. September 2026 an der Universität Hohenheim in Stuttgart statt.


Um mit Kooperationsprojekten Innovationen und den Transfer von Forschungserkenntnissen in die Praxis zu forcieren, förderte der Forschungskreis der Ernährungsindustrie im Jahr 2025 insgesamt 41 (Teil-)Projekte an der Universität Hohenheim mit einer Gesamtsumme von 9,57 Millionen Euro. Auf Platz zwei folgt die Technische Universität München mit 33 laufenden (Teil-)Projekten und 8,12 Millionen Euro Fördersumme.


Universität Hohenheim im FEI-Netzwerk

Die besondere Rolle der Universität Hohenheim im FEI-Netzwerk wird auch auf institutioneller Ebene sichtbar. Die diesjährige Jahrestagung fand im September in Hohenheim statt. Damit war der führende Forschungsstandort zugleich Gastgeber des zentralen Treffens von Wissenschaft und Lebensmittelwirtschaft im FEI-Netzwerk.

Hinzu kommt eine personelle Besonderheit: Seit September 2025 steht Prof. Dr.-Ing. Jörg Hinrichs von der Universität Hohenheim an der Spitze des Wissenschaftlichen Beirats des FEI. Hinrichs gehört dem Gremium bereits seit 2002 an und war von 2005 bis 2025 dessen stellvertretender Vorsitzender. In Hohenheim leitet er am Institut für Lebensmittelwissenschaft und Biotechnologie das Fachgebiet Milchwissenschaft und -technologie, die Forschungs- und Lehrmolkerei und ein Transfer-Zentrum. Seine Arbeit steht dabei beispielhaft für das breite Forschungsspektrum, das die Universität Hohenheim im Bereich der Lebensmittelwissenschaft abdeckt.


Universität Hohenheim überzeugt mit breitem Forschungsspektrum

Die Universität Hohenheim bündelt in ihrem Institut für Lebensmittelwissenschaft und Biotechnologie vielfältige Forschungsansätze rund um die Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln. Im Fokus steht die nachhaltige Nutzung landwirtschaftlicher Rohstoffe und deren Verarbeitung zu Lebensmitteln mit hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards. Dabei werden unter anderem die Wechselwirkung zwischen Molekülen, Mikroorganismen, Enzymen und technologischen sowie biotechnologischen Prozessen untersucht.

Wie breit dieses Forschungsfeld ist, zeigen verschiedene aktuelle Projekte des Instituts. So beschäftigt sich ein gemeinsames Forschungsvorhaben der Universität Hohenheim und des Deutschen Instituts für Lebensmitteltechnik (DIL) zur Kristallbildung in Rohschinken. Dabei untersuchen die Forschenden, welche Faktoren die Bildung der Kristalle während Trocknung, Reifung und Lagerung beeinflussen und wie sich unerwünschte Ausfällungen vermeiden lassen. Ziel sind praxisnahe Strategien, mit denen Hersteller die Produktqualität sichern und Reklamationen vermeiden können. https://www.fei-bonn.de/gefoerderte-projekte/projekte-des-monats/pdm-2025-07

In einem anderen Forschungsprojekt wird untersucht, wie künstliche Intelligenz dazu beitragen kann, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Dafür werden digitale Prozessabbilder von Lebensmittel-Produktionsanlagen entwickelt und mit Methoden der künstlichen Intelligenz verknüpft. Dadurch sollen kritische Prozesszustände und mögliche Qualitätsabweichung bereits während der Verarbeitung erkannt werden. So können Fehlchargen und Lebensmittelverluste reduziert, Energie und Wasser eingespart und neue Produkte schneller und ressourcenschonender in die Produktion überführt werden.
https://www.fei-bonn.de/gefoerderte-projekte/projektdatenbank/01if22840n.projekt

Ein weiteres Beispiel ist ein gemeinsames Forschungsprojekt der Universität Hohenheim und der KU Leuven zu pflanzlichen Alternativen zu Fleisch- und Milchprodukten. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich durch Fermentation auf natürlichem Weg Vitamin B12 bilden und damit das Nährstoffprofil pflanzlicher Produkte verbessern lässt. Dabei untersuchen die Forschenden unter anderem Fermentationsbedingungen, Starterkulturen und die Zusammensetzung der pflanzlichen Lebensmittel.  https://www.fei-bonn.de/gefoerderte-projekte/projekte-des-monats/pdm-2026-03


Ausgezeichnete Lebensmittelforschung

Praxisnahe Forschung betreibt auch Prof. Dr. Reinhard Kohlus mit seinen Arbeiten zur Trocknung, Sprühtrocknung, Agglomeration und zu den vielfältigen Eigenschaften von Pulvern – Forschungsfelder mit unmittelbarer Bedeutung für milchverarbeitende Unternehmen. 2025 wurde er mit dem Milch-Wissenschaftlichen Innovationspreis „Dr. Gisela Runge-Preis“ ausgezeichnet. Der Milchindustrie-Verband e.V. würdigte damit seine hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen. Der Preis ist mit 10.000 Euro Preisgeld dotiert.



HINTERGRUND: Forschungskreis der Ernährungsindustrie – FEI

Der Forschungskreis der Ernährungsindustrie (FEI) fördert Innovationen in kleinen und mittelständischen Unternehmen der Lebensmittelbranche über die Grenzen des Wettbewerbs hinaus. Ihm gehören über 90 Prozent der rund 6.000 Unternehmen der deutschen Lebensmittelindustrie an.

Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) hat für die Innovationskraft dieser Unternehmen einen hohen Stellenwert. Im Jahr 2025 koordinierte der FEI insgesamt 109 IGF-Projekte, die mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 45,04 Mio. Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert wurden.

Weitere Informationen
https://www.fei-bonn.de/download/fei-jahresreport-2025-2026.pdf

Text: Billmaier

Kontakt für Medien:

Prof. Dr. Herbert Schmidt, Universität Hohenheim, Geschäftsführender Direktor Institut für Lebensmittelwissenschaft und Biotechnologie,
+49 (0)711 459 24434, herbert.schmidt@uni-hohenheim.de

Prof. Dr.-Ing. Jörg Hinrichs, Universität Hohenheim, Fachgebiet Milchwissenschaft und -technologie,
+49 (0)711 459 23792, J.Hinrichs@uni-hohenheim.de


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