Nicht autorisiert, keine Kooperation:
Uni Hohenheim stellt irreführende Herbizid-Werbung klar [09.06.26]
Für ein Mittel mit dem Wirkstoff Glufosinat-Ammonium wirbt ein Onlineshop fälschlich mit der Uni Hohenheim. Der Wirkstoff besitzt in der EU keine Zulassung mehr.
Eine Entwicklung durch „führende deutsche Agrarlabore“ behauptet ein angeblicher Agraringenieur der Universität Hohenheim namens Dr. Klaus Hartmann: Derartige Werbeanzeigen für ein Herbizid, oft mit dem früheren Logo der Universität, tauchen momentan häufig im Internet auf. Die Universität Hohenheim in Stuttgart distanziert sich von dieser Werbung und weist darauf hin, dass der Wirkstoff Glufosinat-Ammonium in der Europäischen Union keine Zulassung mehr besitzt.
„Derzeit erreichen uns zahlreiche Nachfragen zu der Internet-Werbung für ein bestimmtes Herbizid“, berichtet Prof. Dr. Ralf Vögele, Dekan der Fakultät Agrarwissenschaften. „Die Anbieter verwenden ein veraltetes Logo der Universität und erfinden einen wissenschaftlichen Mitarbeiter. Von dieser Werbung distanzieren wir uns. Weder die Verwendung des Logos und des Namens der Universität wurde von uns autorisiert. Es existiert keine Zusammenarbeit mit dem Hersteller, und wir kennen auch keinen Wissenschaftler namens Dr. Klaus Hartmann.“
Laut Werbung handelt es sich bei dem Produkt um Glufosinat-Ammonium. „Der Wirkstoff ist ein nicht-selektives Breitbandherbizid, dessen Zulassung in Deutschland im Jahr 2015 auslief“, erklärt der Dekan. Der Einsatz dieses Wirkstoffs ist daher in Deutschland gesetzlich verboten.
Text: Elsner
Kontakt für Medien:
Prof. Dr. Ralf Vögele, Universität Hohenheim, Dekan der Fakultät Agrarwissenschaften und Leiter des Fachgebiets Phytopathologie
+49 711 459 22387, ralf.voegele@uni-hohenheim.de

