Lebenslange Gasthörerschaft:
Uni Hohenheim würdigt Winfried und Gerlinde Kretschmann  [19.09.26]

Hohenheimer Alumnus möchte auch künftig Veranstaltungen seiner Alma Mater besuchen / Urkundenübergabe am Festakt zum Jubiläum der Hohenheimer Gärten

Einmal Hohenheimer – immer Hohenheimer: Der frühere Ministerpräsident von Baden-Württemberg und Hohenheimer Alumnus Winfried Kretschmann möchte auch künftig Lehrveranstaltungen an seiner ehemaligen Universität besuchen. Die Universität Hohenheim in Stuttgart kommt diesem Wunsch gerne nach: mit einer „Gasthörerschaft auf Lebenszeit“ für Winfried und Gerlinde Kretschmann. Die Urkunden wurden, wie es sich für einen Biologen ziemt, beim Festakt zum 250-jährigen Bestehen der Hohenheimer Gärten am 18. September 2026 in Hohenheim überreicht.


Mit der Gasthörerschaft erhält das Ehepaar Kretschmann eine Einladung am wissenschaftlichen Leben der Universität teilzunehmen: Sie können Veranstaltungen der Universität besuchen – lebenslang.

„Als Winfried Kretschmann den Wunsch geäußert hat, in seinem Ruhestand Veranstaltungen in Hohenheim besuchen zu wollen, haben wir uns sehr gefreut und uns gedacht: Wenn schon, denn schon. Eine normale Einladung wäre angesichts seiner besonderen Verbundenheit mit Hohenheim ein bisschen wenig. Deshalb machen wir daraus eine Einladung fürs Leben, für ihn und seine Frau“, kommentiert Rektor Prof. Dr. Christoph Schneider.


Alma Mater und Lieblings-Gärten

Die Verbindung zwischen Winfried Kretschmann und Hohenheim reicht mehr als fünf Jahrzehnte zurück. Von 1970 bis 1975 studierte er an der Universität Hohenheim Biologie und Chemie auf Lehramt. Bereits als Student engagierte er sich hochschulpolitisch und war mehrere Jahre Vorsitzender des Allgemeinen Studentenausschusses (AStA).

Seiner Alma Mater blieb Kretschmann auch während seiner politischen Laufbahn eng verbunden. Und nicht nur die Universität selbst liegt ihm am Herzen: Als Biologe hat er eine besondere Beziehung zu den Hohenheimer Gärten. Die historische Gartenanlage, die botanischen Sammlungen und die Verbindung von Natur und Wissenschaft gehören für ihn zu den besonderen Qualitäten Hohenheims.

„Hohenheim ist für mich natürlich mit vielen Erinnerungen verbunden – mit dem Studium, mit den Menschen und auch mit meiner ersten politischen Sozialisation“, erinnert sich Kretschmann. „Und als Biologe waren die Gärten für mich immer etwas Besonderes. Dort kann man sich wunderbar erholen und gleichzeitig etwas lernen. Das ist eigentlich eine ziemlich gute Kombination. Dass meine Frau und ich jetzt lebenslang Gasthörer in Hohenheim sein dürfen, freut mich deshalb sehr. Man kommt ja nie ganz weg von seiner alten Uni – und wenn man ehrlich ist, will man das auch gar nicht.“


Festakt zum Jubiläum: 250 Jahre Hohenheimer Gärten

Die Urkundenübergabe fand am Festakt zum 250-jährigen Bestehen der Hohenheimer Gärten statt – im Rahmen der 34. Jahrestagung des Verbands Botanischer Gärten e.V., die anlässlich des Jubiläums in diesem Jahr die Hohenheimer Gärten ausrichten.

Die Hohenheimer Gärten sind eine der ältesten wissenschaftlich genutzten Gartenanlagen Deutschlands. Ihren Ursprung haben sie im Jahr 1776 mit der von Herzog Carl Eugen und Franziska von Hohenheim angelegten „Englischen Anlage“, dem heutigen Exotischen Garten.

Heute sind sie mit mehr als 30 Hektar ein prägender Teil des Hohenheimer Campus. Zu den Gärten gehören der Exotische Garten, der Botanische Garten mit dem Schlosspark sowie der Landschaftsgarten. Sie beherbergen fast 8.000 Pflanzenarten. Neben der Erholung dienen sie vor allem der Lehre und der Forschung, unter anderem zu Biodiversität und Klimawandel.

Anlässlich ihres Jubiläums laden die Hohenheimer Gärten 2026 zu Führungen, Ausstellungen und weiteren Veranstaltungen ein. Informationen: https://250jahre-gaerten.uni-hohenheim.de

Text: Elsner


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