Ministerpräsident Kretschmann:
„Wissenschaft ist zentral für das Funktionieren einer freien Gesellschaft“  [30.04.26]

Rede an Universität Hohenheim: Zum Ende seiner Amtszeit nimmt Ministerpräsidenten Kretschmann die wissenschaftliche Gemeinschaft in die Pflicht

Forschende müssen heute ihre Erkenntnisse aktiv verbreiten, um gegen Desinformation und Propaganda zu bestehen: So lautet eine zentrale Forderung in der Grundsatzrede des scheidenden Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann. Der öffentliche Vortrag fand am heutigen Donnerstag, 30. April 2026, im Audimax der Universität Hohenheim in Stuttgart statt. Hier hat der heutige Politiker einst Biologie und Chemie auf Lehramt studiert. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einer Podiumsdiskussion, in welcher der Ministerpräsident mit Akteur:innen aus der Wissenschaft debattierte.

 

„Die Wissenschaft ist eine wichtige Instanz der Wahrhaftigkeit, sie ist zentral für das Funktionieren einer freien Gesellschaft. Forschende müssen heute ihre Erkenntnisse aktiv verbreiten, um gegen Desinformation und Propaganda zu bestehen“, so der Ministerpräsident wörtlich.

Dabei ginge es um nicht weniger als „um Selbstbehauptung im öffentlichen Raum: Gerade angesichts zunehmender populistischer Vereinfachung braucht es eine sachliche und sprachliche Klarheit, die alle Menschen erreicht. Um in den Debatten verstanden zu werden, muss Wissenschaft verständlich sein – auch über den akademischen Raum hinaus“, betonte Kretschmann.


Podiumsdiskussion im Anschluss an die Grundsatzrede

Abgerundet wurde die Grundsatzrede durch eine anschließende Podiumsdiskussion mit Akteur:innen aus der Wissenschaft. Auf dem Podium diskutierten:

Forschende müssen heute ihre Erkenntnisse aktiv verbreiten, um gegen Desinformation und Propaganda zu bestehen: So lautete eine zentrale Forderung in der Grundsatzrede des scheidenden Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann an der Universität Hohenheim. Bild: Uni Hohenheim/Florian Gerlach

Forschende müssen heute ihre Erkenntnisse aktiv verbreiten, um gegen Desinformation und Propaganda zu bestehen: So lautete eine zentrale Forderung in der Grundsatzrede des scheidenden Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann an der Universität Hohenheim. Bild: Uni Hohenheim/Florian Gerlach

  • Winfried Kretschmann MdL, Ministerpräsident
  • Prof. Dr. Wolfgang Wick, Vorsitzender des Wissenschaftsrats 
  • Prof. Dr. Frauke Melchior, Rektorin der Universität Heidelberg
  • Prof. Dr. Caroline Ruiner, Fachgebietsleiterin Soziologie am Institut für Bildung, Arbeit und Gesellschaft der Universität Hohenheim
  • Moderation: Prof. Dr. Christoph Schneider, Rektor der Universität Hohenheim



ZITAT Prof. Dr. Wolfgang Wick, Vorsitzender des Wissenschaftsrates

„Wissenschaft und Demokratie sind in wechselseitigem Ringen aufeinander angewiesen. Die freiheitlich-demokratische Grundordnung in Deutschland gewährleistet und schützt die Wissenschaftsfreiheit, die Wissenschaft wiederum trägt wesentlich zum Erhalt der demokratischen Gesellschaft bei: Sie generiert für demokratische Aushandlungsprozesse verlässliches Wissen, vermittelt kritisches Denken, Ambiguitätstoleranz und Urteilsfähigkeit. Wissenschaft ist so ein maßgeblicher Teil des Fundamentes der Demokratie.“


ZITAT Prof. Dr. Frauke Melchior, Rektorin der Universität Heidelberg

„Wissenschaft braucht Freiheit. Sie lebt von einer Vielfalt der Perspektiven, und das gelingt nur in einem Umfeld, in dem alles gedacht und alles diskutiert werden kann. Internationalisierung der Wissenschaft fördert die Vielfalt von Perspektiven und ist essenziell, um die großen Herausforderungen der Welt – Klimawandel, Pandemien und Ressourcenknappheit – zu lösen.“ 

„Vertiefte europäische und transatlantische Zusammenarbeit stärkt die Leistungsfähigkeit und Resilienz der Wissenschaft. Als Universität Heidelberg verfolgen wir dies konsequent, beispielsweise im Rahmen unserer Europäischen Hochschulallianz 4EU+ oder der vom Land Baden-Württemberg geförderten institutionellen Partnerschaft mit der Harvard University.“


ZITAT Prof. Dr. Caroline Ruiner, Soziologin sowie Prorektorin für Digitale Transformation und Nachhaltigkeit der Universität Hohenheim 

„Künstliche Intelligenz setzt die Wissenschaft unter Druck. Sie produziert und verbreitet Inhalte in großer Menge und hoher Geschwindigkeit – auch falsche oder halbrichtige Inhalte. Gerade deshalb ist es so wichtig, sich auf den Kern der Wissenschaftsfreiheit zu besinnen. Diese besagt: Forschung und Lehre sind frei. Das wissenschaftliche Arbeiten folgt jedoch klaren Regeln.“

„Zu diesen Regeln gehören: methodische Strenge, Kritik und die Bereitschaft, die Ergebnisse zu hinterfragen bzw. sich widerlegen zu lassen. So trennt Wissenschaft geprüftes von ungeprüftem Wissen. Und nur so entsteht verlässliche Erkenntnis.“


Fazit des Rektors der Universität Hohenheim

„Für uns als Universität stellt die Freiheit der Wissenschaft ein hohes Gut dar, das untrennbar mit der Zukunft von Demokratie und gesellschaftlichem Fortschritt verbunden ist. Umso mehr sehen wir uns darin bestätigt, als auch der Ministerpräsident diesem Thema einen so hohen Stellenwert beimisst“, erklärte Prof. Dr. Christoph Schneider, der als Rektor der Universität Hohenheim die Rolle des Moderators übernommen hatte.

„Dass Ministerpräsident Kretschmann als Ort für seine Grundsatzrede die Universität Hohenheim als seine Alma Mater auswählt, ist für uns alle eine besondere Ehre.“


HINTERGRUND zur Person Winfried Kretschmann

Winfried Kretschmann studierte von 1970 bis 1975 an der Universität Hohenheim Biologie und Chemie auf Lehramt: Ein Beruf, in dem er in Folge viele Jahre tätig war. In seiner Studienzeit war Kretschmann mehrere Jahre Vorsitzender des Allgemeinen Studentenausschusses (AStA). Nach mehreren Legislaturperioden im Landtag von Baden-Württemberg wurde Winfried Kretschmann im Jahr 2011 zum Ministerpräsidenten des Landes gewählt. 2016 und 2021 erfolgte die Wiederwahl. Heute ist Winfried Kretschmann der dienstälteste Ministerpräsident Deutschlands. 

Podiumsdiskussion mit Ministerpäsident Winfried Kretschmann (2. v. links), Prof. Dr. Caroline Ruiner (links) Prof. Dr. Frauke Melchior (2. v. rechts) und Prof. Dr. Wolfgang Wick (rechts). Moderiert wurde die Diskussion durch Prof. Dr. Christoph Schneider (Rektor) Bild: Uni Hohenheim/Florian Gerlach

Podiumsdiskussion mit Ministerpäsident Winfried Kretschmann (2. v. links), Prof. Dr. Caroline Ruiner (links) Prof. Dr. Frauke Melchior (2. v. rechts) und Prof. Dr. Wolfgang Wick (rechts). Moderiert wurde die Diskussion durch Prof. Dr. Christoph Schneider (Rektor) Bild: Uni Hohenheim/Florian Gerlach

Ministerpäsident Winfried Kretschmann (Mitte) im Diskurs mit Prof. Dr. Caroline Ruiner (links) während der Podiumsdiskussion an der Universität Hohenheim. Moderiert wurde die Diskussion durch Prof. Dr. Christoph Schneider (Rektor) Bild: Uni Hohenheim/Florian Gerlach

Ministerpäsident Winfried Kretschmann (Mitte) im Diskurs mit Prof. Dr. Caroline Ruiner (links) während der Podiumsdiskussion an der Universität Hohenheim. Moderiert wurde die Diskussion durch Prof. Dr. Christoph Schneider (Rektor) Bild: Uni Hohenheim/Florian Gerlach

Text: Klebs


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