Zum Tod von Prof. Dr. George Turner:
Universität Hohenheim trauert um ihren früheren Präsidenten  [04.11.26]

Am 2. November 2026 starb der langjährige Präsident der Universität Hohenheim. Er blieb ihr auch als Wissenschaftspolitiker und nach seiner Emeritierung eng verbunden.

16 Jahre stand er an der Spitze der Universität Hohenheim: Prof. Dr. George Turner modernisierte die Hochschulverwaltung und prägte die Entwicklung der Universität nachhaltig. Auch der Ausbau der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät zählte zu seinen Verdiensten. Nach seinem Ausscheiden aus dem Präsidentenamt und einer Phase als Wissenschaftspolitiker kehrte er nach Stuttgart an die Universität Hohenheim zurück. Dort blieb er als Professor für Rechtswissenschaft, insbesondere Wirtschafts- und Agrarrecht bis zu seiner Emeritierung. Nun ist er am 2. November 2026 im Alter von 91 Jahren in Berlin gestorben.


Als Prof. Dr. Turner 1970 im Alter von 34 Jahren zum Präsidenten der Universität Hohenheim gewählt wurde, war er der jüngste Universitätspräsident Deutschlands. Von 1970 bis 1986 stand er an der Spitze der Universität Hohenheim – eine Zeit, in der er Akzente setzte, die weit über seine Amtszeit hinaus wirkten.

„Mit George Turner verlieren wir einen Altpräsidenten, der die Universität Hohenheim in einer wichtigen Phase ihrer Entwicklung entscheidend geprägt hat“, sagt der amtierende Rektor der Universität Hohenheim Prof. Dr. Christoph Schneider. „Das gelang ihm dank seiner Diskussionsfreude, seinem Reformwillen und seiner Fähigkeit, auch in kontroversen Situationen Lösungen zu finden. Sein Einsatz für eine moderne, leistungsfähige und zukunftsorientierte Universität wirkt bis heute nach. Dafür sind wir dankbar.


Ein Modernisierer an der Spitze der Universität Hohenheim

Der Jurist und Wissenschaftspolitiker übernahm die Leitung der Universität in einer Zeit des Umbruchs: Die Anforderungen an Universitäten veränderten sich, neue Strukturen und Formen der Hochschulorganisation waren gefragt.

Prof. Dr. Turner trieb die Modernisierung der Universität konsequent voran. Auf seine Initiative hin wurde Hohenheim als erste deutsche Universität einer umfassenden Organisations- und Wirtschaftlichkeitsprüfung unterzogen. Ziel war es, Verwaltungsabläufe und den Einsatz von Ressourcen systematisch zu überprüfen und die Hochschule effizienter aufzustellen. Damit setzte er Maßstäbe für eine stärker betriebswirtschaftlich orientierte Hochschulführung.

Auch die inhaltliche Weiterentwicklung der Universität fiel in seine Amtszeit. Prof. Dr. Turner setzte sich für den Ausbau der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät und der Kommunikationswissenschaft ein und trug damit zur Erweiterung des Fächerspektrums bei.


Hochschulpolitik über Hohenheim hinaus

Neben seiner Tätigkeit als Universitätspräsident engagierte sich Prof. Dr. Turner auch auf überregionaler Ebene für die Weiterentwicklung des deutschen Hochschulwesens. In zwei Amtsperioden stand er an der Spitze der Westdeutschen Rektorenkonferenz. Anschließend wechselte er in die Politik: Von 1986 bis 1989 gehörte er als parteiloser Senator für Wissenschaft und Forschung dem Berliner Senat an.

Auch in der Wissenschaftspolitik setzte er sich für eine professionelle Leitung von Hochschulen, einen verantwortungsvollen Umgang mit finanziellen und personellen Ressourcen und eine stärkere Orientierung an betriebswirtschaftlichen Erkenntnissen ein. Seine Überzeugung: Universitäten müssen ihre Strukturen regelmäßig hinterfragen und sich an veränderte gesellschaftliche Anforderungen anpassen.


Rückkehr nach Hohenheim als ordentlicher Professor

Nach seiner Zeit als Wissenschaftssenator kehrte Prof. Dr. Turner 1989 an die Universität Hohenheim zurück. Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2000 war er dort als Professor für Rechtswissenschaft tätig. Zu seinen Lehr- und Forschungsgebieten gehörten insbesondere das Wirtschafts- und Agrarrecht sowie die Wissenschaftsverwaltung. Zudem war er Mitglied der Forschungsstelle für Agrar- und Umweltrecht.

Auch nach seiner Emeritierung blieb Prof. Dr. Turner der Universität Hohenheim eng verbunden. Darüber hinaus meldete er sich als vielbeachteter Autor und Publizist weiterhin regelmäßig zu Fragen der Hochschul- und Wissenschaftspolitik zu Wort. Seine Erfahrungen aus Wissenschaft, Hochschulleitung und Politik machten ihn zu einem gefragten Gesprächspartner in der hochschulpolitischen Debatte.

Text: Elsner


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